Crocos auf weiter Reise – Die Hungarian Open 2008 am 17./18.03.2008
Einige Leute erklärten sie für verrückt, andere bewunderten ihren Enthusiasmus, als sich am frühen Freitag Morgen die drei Crocos Sylvi, Mirk und Tobias auf die fast 1000 km lange Reise ins südungarische Pécs (dt. Fünfkirchen) zu den Hungarian Open 2008 aufmachten. Im Gepäck hatten sie noch den Küpser Fuchs Johannes und als Fan die Judit.

Nach einem Zwischenstop bei Judits Eltern, einer Frühstückspause und einer kleinen Rundfahrt durch Pécs auf der Suche nach dem Nachtquartier und der Spielstätte kam man schließlich nach einer gut 12-stündigen Reise wohlbehalten, aber etwas erschöpft am Ziel an.

Das Erste, was zum Erstaunen aller auffiel war, dass es dich bei der Spielstätte um ein reines Ricochet-Studio handelte. Außer den, auf drei versetzt gebauten Etagen, verteilten Courts, der Bar und dem Sanitärbereich gab es keine Kursräume und keine Geräte. Dies ist sicherlich ungewohnt, hat aber ein ganz besonderes Flair.
Nach einem herzlichen Empfang durch die Ungarn und ein paar Bierchen ging es dann in eine kleine Gaststätte in der gemütlich zu Abend gegessen wurde, bevor alle müde in ihr Bett fielen um die nötige Kraft für den nächsten anstrengenden Tag zu tanken.

Dieser startete aus Croco-Sicht mit dem Duell Tobias gegen Andraś Csala (HUN), was leider 0:3 verloren ging.

Sylvi holte, in ihrem ersten Spiel, gegen Ágnes Takács immerhin einen Satz (15:11), verlor aber am Ende trotzdem mit 1:3. Auch hier war die Nervosität der ausschlaggebende Punkt.
Auch Mirko startete nicht optimal ins Turnier, konnte sich aber, im Gegensatz zu Sylvi und Tobias, trotzdem mit 3:2 gegen Szilárd Balázs (HUN) durchsetzten.
Einzig und allein Johannes konnte einen zu keiner Zeit gefährdeten 3:0 Sieg gegen Baronek Béla (HUN) erringen, der in der Folge auf Tobias traf und auch in diesem Spiel nix zu holen hatte (ebenfalls 3:0).
Somit war leider Sylvia die Einzige, die bei diesem Turnier keinen Sieg erkämpfen konnte. Die deutliche 0:3 Niederlage gegen Rita Nagy (HUN) bedeutete am Ende den vierten Platz.
Mirko traf, nach seinem Erstrundensieg, mal wieder auf Coen Faber (NL), holte wieder einen Satz und verlor wieder mit 1:3.
Nun war wieder Tobias an der Reihe. Sein Gegner, Roland Makra, wurde im Vorfeld als „der ungarische Daniel Becker“ bezeichnet. In einem tollen Kampf musste sich Tobias am Ende mit 3:0 geschlagen geben.
Nach dem erneut souveränen 3:0 Erfolg von Johannes im Viertelfinale gegen Andraś Csala musste nun Mirko ebenfalls gegen Andraś bestehen und stand Johannes in nichts nach (ebenfalls 3:0).
Das letzte Spiel des Abends bestritt wieder Tobias. Nach einer 2:0 Führung und einem sehr kämpferischem und unterhaltsamen Spiel unterlag er am Ende noch mit 2:3.
Nun war das Abendprogramm an der Reihe und es wurde sich ins ungarische Nachtleben gestürzt. Nachdem gemütlich zu Abend gegessen hatte, wurde noch bis in die frühen Morgenstunden in einer Diskothek in Pécs gefeiert, bevor das Turnier am nächsten Morgen für Mirko und Johannes weiter ging.

Dieser bescherte Mirk den Ungarn Zsolt Auer als Gegner im Spiel um den fünften Platz. Trotz großartigem Kampf und toller Unterstützung sollte es aber nicht zum Sieg reichen. Die 2:3 Niederlage bedeutete am Ende Rang 6.

Als Letztes stand nun das von allen erwartete und vorhergesagte Finale zwischen Johannes und Rostislav Matocha auf dem Programm. Johannes, der zuvor im Halbfinale Coen Faber nahezu spielerisch besiegt hatte (16:5; 15:2; 15:7) behielt auch im Finale die Nerven und siegte letztendlich in einem grandiosen Spiel verdient mit 16:9; 15:20; 15:4 und 15:9. Herzlichen Glückwunsch an den Fuchs im Croco-Kostüm.
Nachdem sich nach der Siegerehrung alle verabschiedet hatten blieb noch etwas Zeit für Sightseeing in Pécs bevor es in einer vierstündigen Tortur über ungarische Landstraßen mit großen Schlaglöchern zurück zu Judits Eltern ging, wo bereits ein reichliches und sehr leckeres Abendbrot sowie ein Bett für die (vorerst) letzte Nacht in Ungarn warteten.

Festzuhalten bleibt, dass wieder ein sehr schönes und nicht alltägliches Erlebnis lange in Erinnerung bleiben wird. Alle waren sich einig, dass sich jeder der fast 2000 gefahrenen Kilometer, jede der über 20 Stunden im Auto dafür gelohnt hat. Vielen Dank an die Organisatoren und alle, die zu diesem kleinen, aber sehr sehr feinen Turnier beigetragen haben.

Eines steht jedenfalls Fest. Auch die Hungarian Open 2009 werden nicht ohne Chemnitzer Beteiligung gespielt werden.
Ein besonderer Dank geht auch an unseren Fan Judit und deren Eltern für die uns entgegengebrachte Gastfreundschaft und fürs Daumen drücken bei jedem Croco-Spiel – Köszönöm szépen.